Sainte Marie

Die unmittelbar vor der Nordostküste Madagaskars, der viertgrößten Insel der Welt liegende Insel Sainte Marie sieht mit ihrer Fläche von 200 km² und einer Länge von etwa 50 km wie ein kleiner, vom Festland des riesigen Nachbarn abgetrennter Splitter aus. Während ihr madagassischer Name Vosy Boraha auf eine einstige arabische Besiedlung hinweist, erhielt die im 16. Jahrhundert von den Ureinwohnern Madagaskars bevölkerte Insel von portugiesischen Seefahrern den Namen „Santa Maria“. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entdeckten die ersten Piraten die Insel als ein ideales Versteck für ihre räuberischen Ausflüge auf dem Indischen Ozean, die vor allem den mit Kolonialwaren beladenen Frachtschiffen galten. Zeitweise lebten auf der Insel im Einklang mit der einheimischen Bevölkerung bis zu 1.500 Piraten, die von bekannten Freibeutern angeführt wurden. Viele ihrer Gräber sind noch heute auf einem berühmt gewordenen Piratenfriedhof zu entdecken, der sich auf einem kleinen, der Insel vorgelagerten Eiland befindet. Hier werden die Besucher von den in die Grabsteine gemeißelten Totenköpfen empfangen. Und auch das Wrack so manchen Piratenschiffes liegt noch heute in geringer Tiefe in der Bucht von Ambodifotatra.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts betraten die ersten Franzosen die Insel Sainte Marie, die sie reichlich hundert Jahre später als ihre Kolonie in Besitz nahmen. 1897 wurde die kleine Insel wieder Bestandteil von Madagaskar.

Badeparadies vor der Küste von Madagaskar

Heute gilt die Insel Sainte Marie neben der vor der Nordwestküste Madagaskars gelegenen Insel Nosy Be als einer der beliebtesten Ferienorte des Inselstaates. Allerdings fällt dabei Saint Marie mehr die vom Massentourismus verschont gebliebene Rolle eines Naturparadieses zu. Dessen faszinierende Flora und Fauna, die kleinen malerischen Buchten, nahezu unberührte Sandstrände und das von Türkis bis zum tiefen azurblau leuchtende klare Wasser des Ozeans sorgen für traumhafte Urlaubsidylle. Sie begeistern Naturfreunde und ruhesuchende Urlauber ebenso wie Freunde von Tauchen, Schnorcheln oder sonstigen Wassersportarten.
Am günstigen zu erreichen ist Sainte Marie per Flug von Madagaskars Hauptstadt Antananarivo oder von Toamasina aus. Nach einer knappen Flugstunde landen die regelmäßig verkehrenden Flugzeuge auf dem kleinen Flughafen an der Südspitze von Sainte Marie. Weniger zu empfehlen sind Überfahrten mit der Fähre, die stark vom Wetter abhängig sind und teilweise auf Fährschiffen mit Sicherheitsmängeln erfolgen.
Hauptort der Insel ist das an der Südwestküste gelegene Ambodifotatra. Der Ort bietet die für einen Aufenthalt auf der Insel erforderliche komplette Infrastruktur, die einen reibungslosen Urlaub garantiert. Eine Tatsache, die auf die Ferieninsel Nosy Be leider nicht im vollen Umfang zutrifft. Neben den zahlreichen im Ort befindlichen Hotels und Restaurants reihen sich von hier aus zahlreiche weitere, teilweise luxuriös ausgestattete Hotelanlagen mit Pools und auch Lodges entlang der Küste bis an die Südspitze von Sainte Marie. Ansonsten befinden sich an der Küste der Insel einige kleinere Orte wie beispielsweise Ambodiatafa und verstreut liegende einzelne Lodges und Hotels. Fast ausnahmslos besitzen sie goldene Sandstrände, die zum Baden, Tauchen und Schnorcheln einladen. Neben den bereits erwähnten Schiffswracks bieten mehrere Korallenriffe bezaubernde Anblicke. Deren Erkundung kann in der vor Haien geschützten Lagune von Sainte Marie besonders gefahrlos erfolgen.

Sainte Marie bietet eindrucksvolle Naturerlebnisse

Um die tropische Natur der Insel ganz individuell entdecken zu können, besteht sowohl in Ambodifotatra als auch den meisten verstreut liegenden Hotels die Möglichkeit, ein Quad, ein Motorroller oder auch ein Fahrrad auszuleihen. Einsame Pfade führen auf kurzen Wegen durch tropische Mangrovenwälder und zu kleinen Wasserfällen oder Teichen. Dabei sind zahlreiche exotische Tiere und Pflanzen zu entdecken. Einsame Buchten laden zum Verweilen in totaler Ruhe ein.
Zwischen Juli und August bieten Bootsfahrten zur Beobachtung der vor der Insel in großen Gruppen umherziehenden Buckelwale eine ganz besondere Attraktion. Viele der imposanten Riesen werden von ihren Jungtieren begleitet, die sie in den Gewässern vor der Ostküste von Madagaskar großziehen. Ein zusätzliches Erlebnis verspricht eine solche Fahrt, wenn das Boot mit einem Hydrophon ausgestattet ist, mit dessen Hilfe der rätselhafte Gesang der Wale hörbar wird.