Ankarana Nationalpark

Das einstmalige Ankarana Naturreservat auf der Insel Madagaskar ist heutzutage ein Nationalpark. Das etwa 180 km² große Ankarana Naturreservat wurde im Jahre 1956 gegründet und gleichzeitig offiziell eröffnet. Der Nationalpark befindet sich im nördlichen Inselteil, in direkter Nähe zum Montagne d‘Ambre Nationalpark. Die nächstgelegene größere Hafenstadt ist Antsiranana etwa hundert Kilometer nördlich. Im Süden des Parkgeländes beträgt die Entfernung zu Ambilobe, der Hauptstadt des gleichnamigen Kreises etwa 30 Kilometer. Zwischen diesen beiden Städten liegt der Ankarana Nationalpark, benannt nach der dort lebenden Bevölkerungsgruppe der Antankarana. Ins Deutsche übersetzt heißt das sinngemäß „Menschen von den Felsen“. Damit wird Bezug genommen auf den Roten Tsingy. Er ist eine geologische Besonderheit auf der Insel. Tsingy heißt zu Deutsch “auf Zehenspitzen gehen”. Das ist eine Anspielung auf die geradezu bizarren, scharfen Gesteinsformationen. Sie werden bis zu 20 Meter hoch und verlaufen zur Spitze hin zunehmend dünner, vergleichbar mit einem Bleistift. Dieser Rote Tsingy ist ein über das Parkgelände weithin verbreitetes Kalksteingebiet mit einem unterirdischen Höhlensystem als der Heimat für Fledermäuse. Mehrere Wanderwege führen durch diese ausgefallene Landschaft, bis hin zum höchsten Punkt im Park als einem markierten Aussichtspunkt. Der weite Panoramablick hinaus auf den Indischen Ozean ist wie eine Belohnung für die mehrstündige Wanderung durch den Nationalpark.

Die Tsingys einerseits sowie die Höhlen von Ankarana andererseits gelten als Besonderheiten mit Alleinstellungsmerkmal auf Madagaskar. Hier haben Tiere wie Lemuren, seltene Fledermausarten sowie Fossa ihren eigenen Lebensraum. Fossa, zu Deutsch auch Frettkatze genannt, gilt als das größte Raubtier auf der Insel. Die katzenartige Fossa ist auf Madagaskar beheimatet und steht hier unter Artenschutz. Mehrere Dutzend Reptilienarten, darunter die Blattschwanzgeckos oder die Pantherchamäleons sowie Schlangen wie die goldene Hakennasennatter, sind hier im Nationalpark beheimatet. Und rund ein Dutzend Lemurenarten lebt in der kargen Landschaft zwischen den Tsingys. Die Pflanzenwelt ist ebenso artenreich wie ausgefallen. Baobabs, die bekannten Affenbäume sind ebenso häufig zu finden wie die Pflanzengattung Adenia aus der Familie von Passionsblumengewächsen. Wandern & Trekking durch den Ankarana Nationalpark ist für den Naturliebhaber ein außergewöhnliches Erlebnis in der Fremde und Weite der insgesamt knapp 590.000 km² großen Insel Madagaskar.

Die Infrastruktur im Park selbst ist ohne Wasser und Strom buchstäblich sparsam. Übernachtungsmöglichkeiten bieten lediglich zwei ausgewiesene Plätze zum Zelten. Ansonsten empfiehlt es sich, zu Tagesausflügen von der Ortschaft Mahamasina aus zu starten, dort zu übernachten und sich mit Lunchpaketen ausreichend gut zu versorgen.

Höhepunkte
– Rote Tsingy
– Baobabs und weitere außergewöhnliche Pflanzen
– Fledermäuse
– Madagaskars größtes Raubtier, die Fossa
– verschiedene Chamäleons und Schlangen

Ausrüstung
– Wanderschuhe bzw. Trekkingschuhe
– ausreichend Flüssigkeit
– Sonnenschutz

Zeitansatz
Tagestour (3-4 Stunden)
Mehrtagestour (2-3 Tage)