Palmarium Lemurenreservat

Zusätzlich zu den rund vier Dutzend offiziell ausgewiesenen Naturparks auf Madagaskar, die in die vier Kategorien Nationalpark, Nationalpark mit besonderem Schutzstatus, Naturreservat sowie Meeresschutzgebiet gegliedert sind, gibt es weitere private Naturschutzgebiete. Eines von ihnen ist das Palmarium Lemurenreservat. Der alternative Name für dieses 50 Hektar große Reservat ist Akanin’ny nofy, zu Deutsch Nest der Träume. Als Reservat wird ganz allgemein ein Gebiet bezeichnet, in dem Tier- und Pflanzenarten ganz gezielt geschützt werden. Wie der Name schon sagt, sind das im Palmarium Lemurenreservat in erster Linie etwa ein Dutzend Lemurenarten. Das Reservat befindet sich knapp 100 Kilometer südlich der madagassischen Großstadt Toamasina, zu Französisch Tamatave. Toamasina ist mit seinen 210.000 Einwohnern der einzige natürliche Hafen an der Ostküste des Landes. Die Lage des Reservates auf einer Halbinsel im Landesinnern ist abgeschieden und geradezu romantisch. Nächstgelegene Ortschaft ist Manambato mit wenigen Tausend Einwohnern. Von hier aus verläuft die letzte Reiseetappe über den See der Könige sowie etwa 30 Kilometer weit über den knapp 650 Kilometer langen Pangalane Kanal, der von Toamasina bis zur Regionshauptstadt Frafangana führt.

Das Palmarium ist bekannt für seine hohe Zahl an Lemuren, aber auch an Chamäleons, Schlangen und Fröschen. Zu den gängigen Spezies der Lemuren gehört das etwas skurril aussehende Aye-Aye, zu Deutsch Fingertier. Das nachtaktive Tier kann auf geführten Nachtwanderungen beobachtet werden, die in dem Privatreservat organisiert werden. Das Gelände ist mit einem dichten Regenwald bewachsen. Hier in dem Reservat ist wirklich gewährleistet, dass Tiere und Pflanzen vor dem Ausrotten des Menschen geschützt werden. Eine künstlich angelegte Fläche mit Orchideen ist in den Novemberwochen ein regelrechter Blickfang in dem ansonsten naturbelassenen Gebiet. Ein von der Regierung gefördertes Aufforstungsprojekt schließt mit sichtbarem Erfolg diejenigen Flächen, die im vergangenen Jahrhundert abgeholzt worden waren. Damit erweitert sich der Lebensraum für Lemuren, Maus- und Wollmakis, oder für die kleinen, quirligen Geckos.

Mit Unterkunft, Verpflegung und Wanderwegen ist die Infrastruktur ausgesprochen gut. Die Anreise über See und Kanal ist sowohl kosten- als auch zeitaufwändig und nur für einen mehrtägigen Aufenthalt im Reservat wirklich lohnenswert. Das Angebot reicht von komfortablen Bungalows bis hin zu einfachen Hütten. Der Lac Ampitabe grenzt als größerer Binnensee direkt an das private Lemurenreservat. Eins gehört zum anderen, sodass aktuell für die Hotelgäste der Eintritt zum Palmarium Lemurenreservat kostenlos ist.

Höhepunkte
– Eine Vielzahl an Lemurenarten

Ausrüstung
– Sportschuhe
– Taschen- oder Stirnlampe

Zeitansatz
Tagestour (1-2 Stunden)